Dienstag, 22. Januar 2008

Von langer Hand vorbereitet

Es grenzt schon an kriminieller Energie, mit welcher mein noch Ehemann vorgeht, um das alleinige Sorgerecht für sich durchzusetzen. Im Juni hat er A notfallmässig in Kinderspital gebracht - ohne mein Wissen notabene - und ihn untersuchen lassen. Vordergründig ging es um 4 Wochen alte Brandwunden, die sich mein Junior bei einem frühsommerlichen Ausflug beim "brätle" zuzog. Ich liess ihn - unter ständiger Aufsicht natürlich - seine Erfahrungen mit dem Feuer machen. Er musste dabei tatsächlich am eigenen Leib erfahren, dass der Stecken brennt, mit der Zeit Asche abwirft und dass diese heiss ist - und darum die Haut verbrennen kann. Nicht wirklich erwähnenswert, dass ich seine Wunde selbstverständlich sofort soweit als nötig behandelte - und den Rest machte die Zeit. Heute - mehr als 6 Monate später - ist absolut nichts mehr von dieser Bubenerfahrung sichtbar, selbst A könnte heute nicht mehr sagen, wo er sich verbrannt hatte.

Der Arzt untersuchte also die alten, bereits fast verheilten Brandwunden. Zudem musste er auf Verlangen des Kindsvaters seine Genitalien untersuchen - die vollkommen normal und altersgemäss entwickelt waren - stellte fest, dass er ausser ein paar üblichen Hämatomen vom Spielen keine Blessuren aufweist und auch sein Mund (!!!) keine Auffälligkeiten zeigt.

Erst Wochen später erfuhr ich vom plötzlichen Spitaluntersuch - als nämlich deren Verwaltung anrief und die Details zu A's Krankenkasse wissen wollte um die Rechnung ausstellen zu können. Ich hatte absolut keine Wahl, musste die Infos rausgeben, auch wenn ich weder vom Untersuch wusste, noch das Ergebnis kannte und ganz davon zu schweigen gar nicht damit einverstanden war.

Überrascht es die Leserin, dass der Vater den Selbstbehalt nicht zahlte? Ich konnte drohen, toben und sogar den Schwiegervater miteinbeziehen und meinen Rechtsanwalt informieren, ich kam nicht durch. Schlussendlich musste ich diese Rechnung bezahlen - inklusive happige Mahnspesen und Verzugszinsen. Obwohl ich weder die Kosten verursacht hatte geschweige denn das Ganze guthiess. Und der Hausarzt diesen Untersuch ebenfalls hätte durchführen können - sofern er denn nötig gewesen wäre. Aber dazu hätte mich ja der Vater informieren müssen, denn er kennt den Hausarzt seines Kindes nicht - wie viele ander wichtige Personen, Eckdaten aus seinem Alltags- und Schulleben auch nicht kennt.

Erst Monate später und auf drängen, nachforschen und penetrantem Verlangen erhielt ich via Hausharzt den Bericht.

Und heute, mehr als ein halbes Jahr später, fragte die Stelle für Kinderschutz des Spitals - die bei Verdacht auf Kindsmissbrauch automatisch und zwingend informiert wird - nach, ob sie den Bericht tatsächlich dem Vater zustellen dürfe, ob er wirklich ebenfalls das Sorgerecht für den Sohn habe. Und ihm den von ihm verlangten Bericht zustellen dürfe.

Von wegen Brandverletzungen! Von wegen dringender Verdacht auf Kindsmissbrauch! Wäre die Sachlage tatsächlich so schlimm wie dargestellt gewesen, hätte dann der Vater nicht super-subito reagieren und alle ihm nur erdenklichen Möglichkeiten in Erwägung ziehen müssen und aktiv ins Familienleben einschreiten müssen? Nein, da geht es nicht wirklich ums Kindeswohl, das soll jemand ganz anderer fertig gemacht werden!

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