Wie armselig ist doch dieses Gemüt, dass es sogar ein Geschenk verbergen muss. Dabei hat sich der kleine A so süss um eine ganz persönliche Gabe zum 80. Geburtstag seiner Grossmutter bemüht und ihr fast ohne Hilfe einen Geburtstagskuchen gebacken. "Aber 80 Kerzen - ist das nicht ein bisschen schwierig?" meinte der bald 7jährige Enkel. Er hat sich ein Rezept ausgesucht - Schoggikuchen, na klar, das schmeckt auch ihm und er wird garantiert mehr als ein Stück davon essen. Buchstabe für Buchstabe und Zeile um Zeile hat er die einzelnen Zutaten gelesen und parat gestellt. Und dann haben wir zusammen gebacken. Das dauerte fast eine Stunde und war für den kleinen Lausebengel doch recht ermüdend. Trotzdem, er hat bis zuletzt durchgehalten und den blumenförmigen Geburtstagskuchen mit Zuckerguss und vielen solchen farbigen Kügelchen verziert. T hat das Ganze mit einer selbst gebastelten und bemalten Gratulationskarte ergänzt und fertig war das perfekte Geschenk zum einem solch ehrenwerten Feiertag.
Wenig wenig ehr- und würdevoll jedoch die Reaktion des Vaters. Die Kinder kamen zur vereinbarten Zeit zu ihm, wo bald die Gäste eintrafen. Der Kuchen wurde kommentarlos aufgetischt - mit Prosecco für die Erwachsenen und Rimus als offizieller Kinderwein für die Kleinen. Dabei wusste niemand, von wem dieses kleine süsse Kunstwerk war, am wenigsten die Gratulantin. Die konnte sich erst heute, nach Rückfrage der Mutter - die war ja schliesslich nicht zum Fest eingeladen - richtig über das Gebäck freuen. Da wurden gleich zwei liebe Menschen um ihre Freude betrogen: die Grossmutter über das Geschenk und der Enkel als stolzer Junior-Konditor und Schenkender.
Wie freudlos muss so ein Mensch durchs Leben gehen, dass er seiner eigenen Mutter die Herkunft der Torte verschweigt, nur weil seine Bald-Ex-Ehefrau bei der Herstellung geholfen hat? Und ist es nicht unerträglich armselig, den eigenen Sohn um diesen besonderen Augenblick der glänzenden Äuglein zu betrügen, wenn die Grossmutter sich über den Kuchen freut und bedankt?
Montag, 10. März 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen